Nachdem wir letztes Jahr mit Ach und Krach sowie einem Quäntchen Glück aber auch Kampfgeist die Klasse halten konnten, stand für viele im Verein fest: Um ein gleiches Dilemma nicht noch einmal zu druchleben muss der Kader in der neuen Saison breiter aufgestellt sein um Ausfälle kompensieren zu können.

Diesem Gedanken folgten Taten, Neuzugänge kamen, alte Verletzte wurden fit und so war es nicht selten, dass wir in unserer recht kurzen Vorbereitung oftmals zahlreich bei Trainingseinheiten anwesend waren, was die Einheiten deutlich aufwertete und auf ein neues Level brachte.

Auch die Testspiele in der Vorbereitung waren oft überzeugend, gerade weil man hier einmal seit langem wieder befreit aufpielen und eine Art Neuanfang wagen konnte, nachdem das erste „Horrorjahr“ Nordsachsenliga vorbei war. Auch die neuen Gesichter trugen dazu bei, hiermit noch einmal herzlich Willkommen (zurück) beim SVN!

So machten wir uns auch mit voller Euphorie auf ins sächsische Obstland zum SV Mügeln-Ablaß, mit dem Ziel, die ersten Punkte der Saison einzufahren, konnte man gegen die Obstländer in der letzten Saison doch relativ gute Spiele abliefern.

In die Partie auf für uns gewöhnungsbedürftigem Geläuf geleitet durch das Schiedrichtertrio Napp/Steinicke/Lange gingen wir mit folgender Startelf: 1 Maxi Kaiser, 5 Michael Winker, 9 Dennis Heitele, 10 Dennis Große Schnucki, 11 Lukas Haynitzsch, 12 Maurice Rohr, 13 Leon Hedrich, 14 Marcel Bela Flexer, 15 Denny Köhler, 16 Marc Klaus Mönch, 17 Tobias Stumpp.

Auf der Bank nahmen neben unserem Trainergespann Krause/Huth 2 Max Seehaus, 7 Robin Heitele, 8 Hans August Schwarzer und 18 Luis Barth Platz.

Das Spiel begann mit einem kurzem Abtasten beider Teams aneinander sowie dem Hauptgegner flacher Pässe an diesem Tag: dem Platz. Nach etwa 10 Minuten war dies allerdings vorbei und erste ernstzunehmende Torchancen wurden erarbeitet. Die Mügelner Taktik bestand dabei oft darin, Stürmer Schindler zu finden, welcher Bälle festmachen konnte und anschließend von seinen Mitspielern überlaufen wurde oder selbst 1gg1-Situation suchte um einen Mitspieler auf sich zu ziehen.

Durch diese Bälle, welche durch fehlende Raumdeckung/Pressing unsererseits oft gespielt werden konnten, waren Leon und Maurice in der Innenverteidigung gezwungen, den direkten Zweikampf beim ersten Ballkontakt zu suchen um eine kontrollierte Ballannahme zu unterbinden.

Es war nur eine Frage der Zeit, bis dabei ein Zweikampf einmal nicht ganz fair geführt werden würden könnte und so handelten sich sowohl Leon als auch Maurice bereits in der ersten Hälfte jeweils eine gelbe Karte ein und mussten nun etwas mehr aufpassen und vom Kollektiv unterstützt werden.

Wir selber setzten Nadelstiche durch schnelles Umschaltspiel nach Balleroberung, dabei ganz variabel ob über Stumpi, Lukas oder Denny. Endstation war dabei jedoch trotzdem meist der Heimkeeper.

Nicht zu unterschätzen war auch das neue Fußballregelwerk ab dieser Saison, so überraschte uns die erste neue Regel prompt, als ein Schiedrichterball durch die Mügelner schnell ausgeführt wurde, weil diese vorher den Schiedrichter angeschossen hatten.

Weitere Überraschungen durch neue Regeln sollten uns in diesem Spiel noch eine Lehre sein...

Die Schiedrichter selbst fuhren sowohl gegenüber Fouls als auch Diskussionen eine Null-Toleranz-Schiene, weshalb ein Mügelner für Reklamation einer Abseitsstellung auch promt eine gelbe Karte kassierte. Ruhiges Vorgehen war also gefragt, was heute mit einer Aussicht auf Punkte für uns jedoch nicht jeder an den Tag legen konnte.

Mit einem 0:0 und ausgeglichenen Spielanteilen, jedoch ohne die ganz klaren Chancen ging es also in die Halbzeitpause und munter zurück ins Spiel. Die Mannschaften blieben unverändert, die Spielanteile verlagerten sich jedoch immer mehr auf unsere Seite, sodass wir uns begannen Torchancen zu erarbeiten, welche jedoch alle unverwertet an der Latte, auf der Torlinie oder am Mügelner Torwart scheiterten. Mitten in dieser Drangphase war es dann jedoch Schindler auf Seite der Obstländer, der den gefühlt ersten geschlagenen Ball über unsere Viererkette nutzte und zum 1:0 einnetzte. Daraufhin verfielen wir kurz in Schockstarre: Sollte eine solide Leistung doch wieder nicht zu Punkten reichen?

Wir spielten weiter offensiv, wodurch sich wieder die Räume für Pässe auf Mügelns Stürmer ergaben und so war es langsam nur eine Frage der Zeit, bis sich entweder Maurice oder Leon eine Gelb-Rote Karte für ein Foul einhandeln würden und somit traf es Leon, der nach einer etwas ungestümen Aktion das Feld räumen musste.

Mit einem Mann weniger in der Verteidigung und einer plötzlichen Unordnung bekamen wir promt das 2:0, was unser Trainergespann zum Handeln bewegte und innerhalb von 7 Minuten unsere drei Wechseloptionen ausschöpfte. So brachten Luis, Robin und Gustel frischen Wind und eine gehörige Portion Motivation mit ins Spiel.

Diese Motivation war auch bei Trainer Hellfried scheinbar so hoch, dass sie ihn zu einem kleinen Kommentar hinriss, welches der Schiri nach ebenfalls neuem Regelwerk mit einer roten Karte ahndete.

Auf dem Feld ging es derzeit heiß her. Juniorcaptain Luis ordnete das zerrüttete Defensivspiel allmählich wieder und sorgte dazu noch für neue Kreativität im Mittelfeld, setzte dabei Denny und Robin oft in Szene. Eine dieser Aktionen nutzte Denny zum 1:2 Anschlusstreffer!

Nun war jedem wieder klar: Hier geht noch was!

So entstanden immer weiter Strafraumszenen im Sechzehner der Obstländer, mitunter mit Latentreffer oder glücklich geklärten Bällen, bis einmal ein Foulspiel stattfand und der Schiri auf den Elfmeterpunkt zeigte!

Diesen verwandelte Mentalita-Monster Luis cool zum 2:2 Ausgleich.

Nun war Feuer drin! Wir versuchten den Ball von unserem Tor fernzuhalten, vergaßen dabei jedoch häufig unsere Ordnung und so sollte es auch noch dazu kommen, dass als Arni und Lukas zu zweit einem Mügelner nachliefen, dieser Arni beim Flankenversuch den Ball an die Hand schoß, obwohl der in der natürlichen Bewegung war. Unser 9er stand derweil im 16er und der Schiri entschied folgerichitg – natürlich nach eindeutiger neuer Regelfestlegung – auf Elfmeter für den SVMA.

Die Nerven lagen blank, nur einer war ganz locker: Elfmeterkiller Maxi Kaiser entschied sich für den Sprung in die rechte untere Ecke und parierte den Ball, wie es kaum ein anderer gelernter Feldspieler hätte tun können! Allen fiel ein Stein vom Herzen, doch plötzlich ein Pfiff und ein erneutes Zeigen auf den Punkt! Wieder Elfmeter! Aber wofür?

Laut neuem Regelwerk hat der Torwart beim Elfmeter die Grundlinie mit mindestens einem Fuß zu berühren(so die Erklärung mir gegenüber). Dies soll Maxi nicht eingehalten haben, daher Wiederholung des Strafstoßes. Frust machte sich breit und Hitzkopf Gustel konnte seine Zunge nicht zügeln, weshalb der Schiri nun auch ihn vom Platz stellte. 9-1 Trainer gegen 11 nun also, dazu wieder Elfmeter! Doch auch dieses mal ließ Maxi sich nicht beirren und schaute den Ball gekonnt über das lange Eck!

2:2 also weiterhin! Die Nachspielzeit fühlte sich an wie eine halbe Ewigkeit doch irgendwann kam dann doch der Schlusspfiff des Schiedrichters, der erste Punkt war geholt!

Doch statt Friede, Freude, Eierkuchen entluden sich noch Einzelduelle durch Gepöbel zwischen Spielern beider Seiten, die Schiedrichter noch mittendrin hörten dabei anscheinend ein Kommentar von Luis besonders aus der Masse heraus und erteiltem ihm noch nach Abpiff die Gelb-Rote Karte. Bitter für uns, wollen wir doch nächste Woche gleich an die gute fußballerische und kämpferisch Leistung anknüpfen fehlen uns nun drei Spieler für mindestens diese Partie gegen Schenkenberg.

Um das zu kompensieren bitten wir euch Fans zur Heimpremiere in dieser Saison am nächsten Sonntag nach Naundorf in den Waldsportpark zu kommen und uns dort gewohnt zahlreich zu unterstützen!

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