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Bereits am 3. Spieltag der Saison kam es zum Showdown in Wölkau. In der Bundesliga kennt man das Revierdery und in Spanien den El Clásico. Aber egal in welchem Land und in welcher Liga, Derbys haben immer ihre eigenen Gesetze und stellen einen besonderen Höhepunkt in der Saison dar. Darf sich der Gewinner doch mindestens für 6 Monate „DERBYSIEGER“ nennen.

Wer schon einmal einen Derbysieg errungen hat, der weiß wovon ich schreibe. Es gibt nichts Schönes als den Platz – nach einer intensiv geführten Partie – als Sieger zu verlassen. Auch wenn es rein rechnerisch für jeden Sieg nur 3 Punkte gibt, emotional sind es mindestens 6 derselben bei einem Derbysieg.

Genug der langen Vorrede kommen wir zum Spielbericht. Nach einem mäßigen Start in die Saison und zuletzt 2 verloren Partien in Folge hieß es für unser Team heute alles oder nichts. Wir wollten mit einem Dreier gleich 2 Fliegen mit einer Klappe schlagen. D.h. zum einen wollten wir den Derbysieg und zum anderen unseren Fans und uns die 3 Punkte schenken. Wir hatten die Woche sehr gut trainiert und fühlten uns fit für die kommenden 90 Minuten.

Vor beeindruckender Kulisse von mindestens 150 Zuschauern sollte sich eine spannende und intensiv geführte Partie entwickeln, die die Bezeichnung DERBY verdient.

Unsere 1. Herren startete mit folgender Elf:

1 Hedrich, Leon (TW), 4   Heinitz, Roy; 5 Winkler, Michael; 6 Felgner, Mark; 8 Raudnitschka, Stefan (C); 10 Große, Dennis; 11 Haynitzsch, Lukas Jan; 13 Marc, Mönch; 14 Fleck, Alexander; 16 Köhler, Denny; 17 Barth, Luis

Auswechselspieler: 12 Jonack, Patrick (ETW); 7 Danneberg, Kevin; 9 Heitele, Dennis; 15 Kraft, Kevin

Logo SV wölkau

3. Punktspiel

SV Wölkau 1. Herren vs. SV Naundorf 1. Herren 

Ergebnis: 1 : 3

SV Naundorf
   

Mit dem Anpfiff übernahm unsere Mannschaft sofort die Spielkontrolle. Der Ball lief kontrolliert in unseren Reihen. Die Wölkauer agierten ungewohnt passiv und überließen unserem Team einen Großteil des Spielgeschehens. Ähnlich wie im Spiel in der vergangenen Woche gegen den Laußiger SV bestimmten wir das Spiel und versuchten durch einen geordneten Spielaufbau in die gefährliche Zone der Wölkauer zu gelangen.

Der Trainer hatte vor dem Spiel zielstrebige Aktionen in den Strafraum und konsequente Abschlüsse gefordert. Diese Anforderungen versuchten wir bestmöglich umzusetzen. Immer wieder gelang es uns dabei, in den Strafraum der Wölkauer zu gelangen. Anfangs agierten wir noch etwas zu hektisch und vergaben leichtfertig gute Möglichkeiten.

Hatten die Wölkauer dann doch einmal den Ball versuchten sie mit langen Bällen ihre beiden gefährlichen Spitzen in Szene zu setzen. Insbesondere der Kapitän der Wölkau sorgte das gesamte Spiel für Unruhe und forderte unsere Defensive bis zur letzten Minute. Unserer Mannschaft ist die Spielweise der Wölkauer nicht neu. D.h. die Anforderung war klar formuliert: „Der Kapitän muss bekämpft und aus dem Spiel genommen werden.“

Mit zunehmender Spieldauer spielten wir unsere Offensiv-Aktionen konzentrierter aus. Unsere beiden zentralen Mittelfeldspieler Luis und Klausi machten die Bälle sehr gut fest und verlagerten das Spielgeschehen geschickt. Mit gut gespielten Diagonalbällen brachten sie die Wölkauer Defensive immer wieder in Schwierigkeiten.

Allein die mangelnde Chancenverwertung war in den ersten 20 Minuten wieder zu bemängeln. Zum Haare ausreißen. Sollte es wieder so wie gegen den SV Laußig werden? Man kontrolliert das Spiel und steht am Ende ohne Punkte da.

Aber NEIN, nicht heute. In der 21. Minute erlöste uns unser Capitano Raudi, durch eine wunderschöne Direktabnahme aus zentraler Lage ca. 16 Meter vor dem Tor, mit dem verdienten 0:1. Endlich, wir können doch noch Tore schießen. Dem Treffer waren bereits mehrere erfolglose Abschlussversuche vorangegangen. Immer wieder hatte sich ein Wölkauer dabei in den Ball geworfen – DERBY halt.

Mit zunehmender Spieldauer kamen die Wölkauer besser in die Partie. Zwar kontrollierte unser Team immer noch das Spiel zu einem Großteil ohne dabei jedoch die Dominanz der ersten Minuten an den Tag zulegen. Zu diesem Zeitpunkt verpassten wir es das nicht unverdiente 0:2 nachzulegen und das Spiel frühzeitig zu entscheiden.

In den letzten 5 Minuten der ersten Halbzeit gestaltete sich eine ausgeglichene Partie, in der die Wölkauer ebenfalls die ein oder andere gefährliche Offensivaktion für sich verbuchen konnten. Allein etwas Zählbares sollte bis dato noch nicht dabei herausspringen und so pfiff der sehr gute Schiedsrichter aus Laußig nach 45 Minuten zur Halbzeit.

Fazit: Unser Team kontrollierte die erste Halbzeit größtenteils. Erzielte verdient in einer Druckphase das 0:1. Verpasste es dabei jedoch das 0:2 nachzulegen und so konnten die Wölkauer sich wieder rehabilitieren.

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In der zweiten Halbzeit entwickelte sich eine ausgeglichene Partie. Man merkte jetzt deutlich was für beide Teams auf dem Spiel stand. Um jeden Ball wurde gefightet und kein selbiger kampflos hergeschenkt. Die Wölkauer blieben ihrer Spielweise weiterhin treu, d.h. lange Bälle auf ihre Spitzen und unsere Defensive musste kämpfen, kämpfen und nochmals kämpfen - ein Abnutzungskampf halt.

Um die 50. Minute erhöhten die Wölkauer weiterhin den Druck und hatten ihre wohl besten 10 Minuten in diesem Spiel – zwischen der 50. und 60. Spielminute. Unsere Mannschaft schaffte es zu diesem Zeitpunkt nicht die Bälle fest zu machen und von unserem Tor fernzuhalten.

In der 54. Spielminute erzielten der SV Wölkau den 1:1 Ausgleich, der zu diesem Zeitpunkt nicht unverdient war. Hatten die Wölkauer doch mehr für das Spiel getan und sich zurück in die Partie gekämpft.

Der Ausgleich gab den Wölkauern zusätzliche Motivation. Diese witterten nunmehr ihre Chance, den angeschlagenen Boxer – SV Naundorf mit einem Lucky Punch frühzeitig auszuknocken. Doch bekanntlich zeigt sich insbesondere in solchen Situationen die Moral einer Truppe. Und die Moral in UNSERER TRUPPE ist unbeschreiblich. Da kämpft jeder für den anderen. Verliert der Eine mal einen Zweikampf oder den Ball, so ist gleich der Andere zur Stelle und bügelt den Fehler des Anderen wieder aus.

Um nur ein Beispiel stellvertretend zu benennen, so war es unser Torhüter Leon, der nach einem Stellungsfehler von Mark den allein auf sich zurennenden Wölkauer Stürmer im Strafraum fair stellt – sehr lange stehen blieb und damit das sichergeglaubte 2:1 für den SV Wölkau verhindert – DANKE Leon dafür.

Auch die eingewechselten Spieler KK „Kevin“ und „Kevin“ sorgten dafür, dass sich unser Team wieder Schritt für Schritt in die Partie zurückkämpfte.

Und dann passieren halt Ding, die es so nur im Fußball gibt. Nach mehreren erfolglosen Angriffsbemühungen unserer Mannschaft schnappte sich unser Denny einfach ein Herz und hämmerte den Ball aus gefühlt 120 Metern einfach mal auf das Wölkauer Tor und plötzlich stand es 1:2 für den SV Naundorf. Dabei dürfte der Torschütze neben dem Wölkauer Torhüter, der bei diesem Ball keine gute Figur abgab, wohl am meisten von diesem Treffer überrascht gewesen sein.

Advantage Naundorf. Dieser Treffer hatte die Wölkauer doch stark getroffen, die in der zweiten Halbzeit sehr viel investiert hatten. Dies war dem Gegner auch anzumerken. In der 90. Minute wechselte unser Trainer noch unseren Arni ein um die Defensive zusätzlich zu stärken.

Kurz vor dem Abpfiff erhöhte unser Krafti dann auf 1:3. WAHNSINN – eingewechselt und den Deckel draufgemacht. Danach war Schluss. Unsere Mannschaft darf sich DERBYSIEGER nennen - ein tolles Gefühl.

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Die Fans beider Team haben eine sehr spannende und intensive Partie gesehen. Die sehr fair von beiden Teams gespielt wurde. Am Ende ist festzuhalten, dass wir nicht unverdient gewonnen haben wenn doch der Sieg mit einem Tor zu hoch ausgefallen ist. Sei es drum – wir sind DERBYSIEGER.

Einen großen Dank an dieser Stelle wieder einmal an unsere zahlreichen mitgereisten Fans. Wir hoffen auch am kommenden Wochenende auf eure Unterstützung im heimischen Waldsportpark zählen zu können.

Euer Mark